Master-Entwerfen
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Master-Entwerfen werden in unregelmäßigen Abständen zu Projekten angeboten, die eine reale Problemstellung aufweisen, für die konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Je nach Themenstellung werden ExpertInnen als GastprofessorInnen (z. B. Anna Heringer, Baerbel Mueller, Peter Rich etc.) oder Lehrbeauftragte mit einbezogen.

Bei der Vermittlung von Entwurfs-Prinzipien wird darauf Wert gelegt, Architektur nicht als Instrument der Selbstdarstellung zu begreifen, sondern als dienende Disziplin mit dem Menschen im Mittelpunkt. Die Aufgabe der ArchitektInnen der Zukunft kann es nicht sein, weiterhin für eine privilegierte Schicht von 2 % der Menschen zu entwerfen und zu planen. Architektur wird als Dienstleistung betrachtet, die langfristig dazu beiträgt, die Lebenswelt ALLER Menschen positiv zu beeinflussen. Eine gute Übung ist es, in Regionen zu planen, in die sich sonst kaum eine ArchitektIn verirrt. Daher beschäftigen sich die Entwurfsübungen häufig mit Planungsprojekten, die sich in ökonomisch benachteiligten Regionen (Indien, Bolivien, Niger, Äthiopien) befinden. Eine noch lebendige traditionelle Baukultur, limitierte Ressourcen und eingeschränkte technische Möglichkeiten führen die Studierenden zu den Grundlagen der Architektur und deren ursprünglichsten Aufgaben zurück.

Jedes Entwerfen basiert auf folgenden Entwurfsgrundsätzen:

– Historische Einbettung: Architektur ist immer eingebettet in die architekturgeschichtlichen Zusammenhänge. Die Analyse historischer und traditioneller Architekturformen bildet die Basis für den Entwurf. Dazu gehört die Erfassung von Typologien, Funktionszusammenhängen, Nutzungsmustern, Regelwerken, Hierarchien, Symboliken, ritueller Einbettung, ästhetischer Wahrnehmung, identitätsstiftender Elemente etc.

– Ökologisch Nachhaltigkeit: Regionalen und nachwachsenden Baustoffen (Lehm, Stroh, Holz) wird gegenüber energie-intensiven Materialen der Vorzug gegeben, traditionelle Bautechniken und Low-Tech stehen vor komplexen High-Tech-Lösungen, nicht einzelne Komponenten sondern der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes (Primärenergie, Rezyklierbarkeit etc.) wird aus einer gesamtheitlichen Perspektive betrachtet.

– Sozio-kulturelle Nachhaltigkeit: Durch aus den Sozial- und Kulturwissenschaften entliehene Methoden der empirischen Datenerfassung (z.B. APD Studien = Anthropological Pre-design Studies) werden Faktoren wie das sozio-kulturelle Umfeld, Lebensformen, Rituale, Gewohnheiten etc. analysiert, die als Entwurfsgrundlage dazu beitragen können, ein „Vorbeiplanen“ an den Menschen zu verhindern.

– Ökonomische Nachhaltigkeit: Gute Architektur muss für alle leistbar sein!

Ein großer Teil des Entwerfens ist der Analyse der Entwurfs-Voraussetzungen gewidmet. Dies sollte die Studierenden in keiner Weise in ihrer Kreativität einschränken – im Gegenteil: Erst durch eine profunde Kenntnis der jeweiligen Baukultur ist es möglich, über diese hinauszuwachsen und Mut zum Experiment zu zeigen!

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