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LEHM und STROH. Alternative Wohnkonzepte in Herzogenburg/NÖ

Leitung: Ao.Univ. Prof. DI Dr. Andrea Rieger-Jandl, Gastprofessorin Mag. arch. Anna Heringer
Team: DI Gerhard Scherbaum, Mag. arch. Paul Adrian Schulz, DI Martina Weissenböck
Gastjuror: Arch. DI Hermann Czech
Projektform: Entwurfsprojekt
Projektpartner: Garten der Generationen, Herzogenburg
Dauer: Feb. – Nov. 2014
Ausstellungen: Juni 2014 im Stadtlabor am Karlsplatz; 4.-8.10.2014 im Reitherhaus, Herzogenburg

Innerhalb des Entwurfsprojekts wurden Bebauungsvorschläge für ein alternatives Wohnprojekt am Ortsrand von Herzogenburg erarbeitet. Es handelte sich dabei um ein Modellprojekt für gemeinschaftliches und ressourcenschonendes Wohnen. Im Vordergrund standen Schlagworte wie generationenübergreifendes Wohnen, Selbst- und Mitbestimmung, minimaler ökologischer Fußabdruck und Permakultur. Gemeinschaftlich sollte Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden, der hohen Qualitätsanforderungen entspricht und trotzdem leistbar ist.

Das ca. 3 ha große Grundstück (1,2 ha davon Bauland) befindet sich im Westen des Ortsgebietes von Herzogenburg (ca. 1 Stunde westlich von Wien) auf einer leichten Anhöhe mit Blick auf Ort und Stift Herzogenburg. Rund um ein bereits bestehendes Gemeinschaftshaus, das in Selbstbauweise aus Lehm und Stroh errichtet wurde, wurden Entwurfsvorschläge für eine Wohnbebauung ergänzt um weitere Gemeinschaftseinrichtungen (Lager, Werkstätten, Spielbereiche etc.) erarbeitet.

Besonderer Wert wurde auf die Verwendung von ressourcenschonenden und energie-effizienten Materialien wie Lehm und Stroh gelegt, die in der Umgebung in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

Innerhalb des Entwerfens wurde ein Masterplan für die Bebauung des Grundstücks erstellt, in weiterer Folge wurden konkrete Entwürfe für einzelne Bauteile (Wohnbebauung, Werkstätten, Gemeinschaftsbüros, Lager etc.) bzw. die Freiraumgestaltung (geschützte Aufenthaltsbereiche und Spielplätze) ausgearbeitet.

Aufgabenstellung:

  • Erstellung eines Master-Plans für das Gesamtareal mit besonderem Augenmerk auf geschützte Freiräume wie Aufenthaltsorte, Spielbereiche etc.
  • Raumkonfiguration: Innen-Außenbezug, Licht-Schatten, Blickbezüge, Anordnung der Baukörper
  • Detaillierte Ausarbeitung eines selbst gewählten Bauteils: Schwerpunkt Wohnbebauung, aber auch Werkstätten, Gemeinschaftsbüros, Lägerräume, einfache Gästeunterkünfte (für SeminarteilnehmerInnen) – Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit
  • Wohnbebauung: Minimierung des privaten Wohnbereichs (ca. 20 m2/pro Person) zugunsten ausgedehnter Gemeinschaftsbereiche
  • Innovative Gestaltungskonzepte unter besonderer Berücksichtigung der Leistbarkeit sowie der Möglichkeit zum (teilweisen) Selbstbau sowie des prozesshaften Bauens
  • Wahl/Entwicklung von Bautechniken aus Stroh/Lehm/Holz, abgestimmt auf die örtlichen Lehmqualität und die vorhandenen Ressourcen bzw. auf die bautechnischen Ausführungsmöglichkeiten im Selbstbau
  • Priorität für Handwerksarbeit vor kapital- und energieintensiv industriell erzeugten Bauteilen
  • Minimierung des ökologischen Fußabdrucks beim Bau und bei der Nutzung der Gebäude (z. B. Nutzung aktiver und passiver Solarenergie, Dämmung, Humus-Toiletten, Brauchwasser-Recycling, Lüftungskonzepte)
  • Berücksichtigung der speziellen Anforderung von Stroh/Lehmbauten beim Bauprozess in Bezug auf die Witterung (Errichtung von Schutzdächern bzw. Lagerung der Materialien)
  • Bauen als Gemeinschaftsprozess: Der Hausbau sollte auch ein soziales Ereignis sein, bei dem viele Menschen ihre unterschiedlichen Kompetenzen einbringen und Synergien erzeugen können.

Links: www.gartendergenerationen.net; www.stroh2gether.at
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